Die kurze Antwort: Es kommt auf den Umfang an
Einen einheitlichen Preis für einen KI-Chatbot gibt es nicht. Am einen Ende steht ein Abo-Produkt von der Stange, das Fragen aus Ihrer Website beantwortet. Am anderen Ende steht ein individuell gebauter Assistent, der Buchungen entgegennimmt, Anfragen ins CRM schreibt, in vier Sprachen antwortet und bei Bedarf an eine Person übergibt. Der Preisunterschied entsteht selten durch die KI selbst, sondern durch das, was der Assistent wissen, können und anbinden muss.
Dieser Ratgeber zeigt, woraus sich die Kosten zusammensetzen, welche laufenden Posten in Offerten gern fehlen und was öffentlich publizierte Angebote nennen. Er gibt bewusst keine Pauschalzahl für «den» Chatbot an, weil eine solche Zahl ohne Ihren Umfang nichts aussagt.
Drei Arten von Chatbots
Der Begriff Chatbot deckt sehr verschiedene Dinge ab. Für eine erste Kostenschätzung hilft diese grobe Einteilung:
- Regelbasierter Bot: ein Entscheidungsbaum mit festen Antworten. Günstig im Aufbau, aber starr. Freie Fragen führen schnell ins Leere.
- FAQ-Assistent mit KI: ein Sprachmodell beantwortet Fragen aus Ihren eigenen Inhalten, etwa Website, Preisliste und Richtlinien. Er versteht freie Formulierungen und antwortet in mehreren Sprachen.
- Assistent mit Anbindungen: zusätzlich zu den Antworten handelt er. Er prüft freie Termine, erfasst Anfragen im CRM, löst Benachrichtigungen aus und übergibt Gespräche an Ihr Team.
Was den Preis bestimmt
Jede Stufe bringt mehr Aufwand bei Aufbau, Tests und Betrieb. Wer nur Öffnungszeiten und Preise beantworten lassen will, braucht die dritte Stufe nicht. Wer Buchungen oder Anfragen automatisch weiterverarbeiten will, kommt an ihr nicht vorbei. Innerhalb einer Stufe bestimmen diese Faktoren den Preis:
- Umfang des Wissens: Eine Website mit zehn Seiten ist schnell erfasst. Hunderte Produkte, mehrere Preislisten und interne Richtlinien brauchen Aufbereitung und Tests.
- Sprachen: In der Schweiz sind oft Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch gefragt. Jede Sprache muss geprüft werden, nicht nur übersetzt.
- Integrationen: Kalender, Buchungssystem, CRM, Shop, E-Mail. Jede Anbindung ist eigener Aufwand und eine mögliche Fehlerquelle.
- Datenquellen und Aktualität: Wer pflegt die Antworten, wenn sich Preise ändern? Eine automatische Synchronisation kostet im Aufbau mehr, spart aber laufende Handarbeit.
- Übergabe an Menschen: Wann ein Gespräch an eine Person geht und was sie dabei mitbekommt, muss gestaltet und getestet werden.
- Datenschutz und Hosting: EU-Hosting, Schweizer Hosting oder ein eigener Server, dazu Verträge mit den beteiligten Anbietern.
- Tests und Grenzen: Ein Assistent, der falsche Preise nennt, ist teurer als keiner. Testfragen und klare Grenzen, was er nicht beantworten darf, gehören ins Budget.
Laufende Kosten, die in Offerten oft fehlen
Ein Chatbot ist kein einmaliges Projekt. Anbieter von Individualsoftware nennen als Faustregel 15 bis 25 Prozent der Entwicklungskosten pro Jahr für die Wartung. Für einen schlanken Chatbot ist das eher ein oberer Anhaltspunkt, zeigt aber, dass der Betrieb ein echter Posten ist. Vier Posten laufen weiter, und sie sollten in jeder Offerte einzeln stehen:
- KI-Nutzung: Sprachmodelle werden meist nach Verbrauch abgerechnet, also nach der Textmenge pro Anfrage. Mehr Gespräche und längere Antworten kosten mehr. Fragen Sie nach einer Schätzung für 1’000 Gespräche und nach einer monatlichen Obergrenze.
- Hosting: Server, Datenbank und Überwachung, je nach Standort und Anforderung.
- Pflege: Wissen aktuell halten, Gespräche auswerten, unbeantwortete Fragen schliessen, bei Bedarf auf ein neueres Modell wechseln.
- Lizenzen: Bei Abo-Produkten kommen Gebühren pro Konversation, Sitzplatz oder Kanal dazu.
Was öffentliche Angebote nennen
Öffentlich publizierte Angebote im DACH-Raum und in Grossbritannien nennen die folgenden Zahlen. Es sind Eigenangaben der Anbieter oder Verzeichniseinträge: nicht geprüft, nicht direkt vergleichbar und nur als Richtwerte zu verstehen. Die Beträge stehen in der Währung, in der sie veröffentlicht wurden, und sind nicht umgerechnet.
Lesen Sie die Tabelle als Hinweis auf die Grössenordnung, nicht als Preisliste. Ein Chatbot mit wenigen Seiten Wissen liegt anders als ein Assistent mit Buchungsanbindung in vier Sprachen. Viele deutschsprachige Kostenratgeber rechnen ausserdem in Euro und bilden Schweizer Verhältnisse nicht ab. Euro-Zahlen sind deshalb kein Ersatz für eine Offerte in Franken.
Zur Orientierung bei Stundensätzen: Eine veröffentlichte Analyse von 36 Schweizer Web-Agenturen nennt CHF 120 bis 250 pro Stunde. Sie betrifft Webprojekte, zeigt aber das Preisniveau für Entwicklungsarbeit in der Schweiz.
| Angebot | Veröffentlichte Angabe | Hinweis |
|---|---|---|
| FAQ-Bot, Agentur in London | ab GBP 5,000 | Eigenangabe des Anbieters |
| KI-Automatisierung, Schweizer Studio | erster Aufbau ab CHF 4’800 in 3 bis 4 Wochen, laufend ab CHF 4’000 pro Monat | Verzeichniseintrag, Automatisierung statt reiner Chatbot |
| Workflow-Automatisierung, Agentur in Deutschland | ab EUR 500 pro Workflow, ab EUR 2,000 für verknüpfte Workflows | Festpreis laut Anbieter |
| n8n-Automatisierung, Agentur in Österreich | EUR 3,000 bis 8,000 Einrichtung, EUR 800 bis 2,500 pro Monat Betreuung | Eigenangabe des Anbieters |
Abo oder Eigenentwicklung?
Ein Abo-Produkt ist schnell eingerichtet und im Start günstig. Dafür zahlen Sie oft pro Konversation oder Sitzplatz, Ihre Gesprächsdaten liegen beim Anbieter, und die Anbindung an Ihre Systeme ist begrenzt auf das, was das Produkt vorsieht. Eine Eigenentwicklung kostet im Aufbau mehr, dafür gehört sie Ihnen, ist tief in Ihre Abläufe eingebunden, und die Betriebskosten bleiben kalkulierbar.
Eine einfache Regel: Wenn der Chatbot nur häufige Fragen beantworten soll, reicht in der Regel ein Abo. Sobald er buchen, Anfragen verarbeiten, mehrere Sprachen sauber bedienen oder mit Ihren Daten arbeiten soll, lohnt sich der Vergleich mit einer massgeschneiderten Lösung. Rechnen Sie dabei über drei Jahre: Einmalaufwand plus Betriebskosten gegen die Abo-Gebühren, vervielfacht mit Konversationen und Sitzplätzen.
Fragen, die Sie vor der Offerte stellen sollten
Mit diesen Fragen erkennen Sie, ob eine Offerte vollständig ist:
- Welche Quellen nutzt der Assistent, und wie bleiben sie aktuell?
- Was kostet die KI-Nutzung pro Monat bei der erwarteten Gesprächszahl, und gibt es eine Obergrenze?
- Wo werden die Daten verarbeitet, und mit welchen Anbietern bestehen Verträge?
- Wird auf Ihren Gesprächsdaten ein Modell trainiert?
- Wie und wann übergibt der Assistent an eine Person?
- Wem gehören Konfiguration, Texte und Gesprächsdaten, wenn Sie wechseln wollen?
- Was ist im Festpreis enthalten, und was kostet jede Änderung danach?
Wie RAWR das angeht
RAWR baut KI-Assistenten für Websites, die aus den Informationen Ihres Unternehmens antworten: Leistungen, Preise, Öffnungszeiten, FAQs und Richtlinien. Sie nehmen Anfragen und Buchungen entgegen und übergeben an eine Person, wenn es nötig ist. Ein Assistent für eine Website ist typischerweise in 2 bis 4 Wochen live. Die KI-Kosten pro Monat sind für Sie sichtbar.
Bei RAWR erhalten Sie nach einem kostenlosen 20-minütigen Gespräch eine Festpreis-Offerte, schriftlich und mit klar abgegrenztem Umfang. Das Gespräch führen wir auf Englisch, Französisch, Portugiesisch oder Spanisch. Den Assistenten selbst bauen wir auf Deutsch, Französisch, Italienisch oder Englisch.
Häufige Fragen
Gibt es einen Richtpreis für einen KI-Chatbot in der Schweiz?
Einen verlässlichen Richtpreis ohne Kenntnis Ihres Umfangs gibt es nicht. Öffentliche Angebote nennen Beträge ab einigen tausend Franken, Euro oder Pfund, je nach Anbieter und Funktionsumfang. Entscheidend sind Wissensbasis, Sprachen, Anbindungen und Betrieb. Lassen Sie sich eine Offerte mit Einmalaufwand und laufenden Kosten getrennt ausweisen.
Welche laufenden Kosten hat ein KI-Chatbot?
Typisch sind die KI-Nutzung (meist nach Verbrauch abgerechnet), Hosting, Pflege der Wissensbasis und bei Abo-Produkten Lizenzgebühren pro Konversation oder Sitzplatz. Die Nutzungskosten steigen mit der Zahl und Länge der Gespräche. Verlangen Sie eine Schätzung pro 1’000 Gespräche und eine monatliche Obergrenze.
Lohnt sich ein Abo-Chatbot oder eine Eigenentwicklung?
Für reine FAQ-Beantwortung reicht oft ein Abo. Soll der Chatbot buchen, Anfragen ins CRM schreiben, mehrere Sprachen bedienen oder mit sensiblen Daten arbeiten, lohnt sich der Vergleich mit einer Eigenentwicklung. Rechnen Sie über mehrere Jahre, inklusive Gebühren pro Konversation und Wartung.
Muss ein Chatbot für Schweizer Kunden auf Schweizer Servern laufen?
Eine allgemeine Pflicht für Schweizer Server gibt es für Privatunternehmen nicht. Bei einer Verarbeitung im Ausland müssen die Anforderungen des Datenschutzgesetzes erfüllt sein, etwa ein angemessener Schutz oder vertragliche Garantien. Branchenvorgaben oder Kundenverträge können mehr verlangen. Klären Sie das mit Ihrer Datenschutzberatung.
Wie lange dauert es, bis ein Chatbot live ist?
Ein Website-Assistent ist bei RAWR typischerweise in 2 bis 4 Wochen live. Der Zeitplan hängt von Umfang, Sprachen und Anbindungen ab. Der grösste Teil der Zeit geht in die Aufbereitung der Inhalte und in Tests, nicht in die Technik des Chat-Fensters.